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Schüler der Heinrich-Böll-Schule lernen spielerisch eine visuelle Programmiersprache

Kaum haben Zehntklässler des Wahlpflichtunterrichts „Informatik“ an der Heinrich-Böll-Schule (HBS) ihre „Calliope Mini“, etwa Streichholzschachtel großer Computer, in eine fünfte Klasse gebracht, bricht fröhliche Hektik aus. Eine Schülerin rennt einer anderen hinterher mit dem Ziel, den Computer der Mitschülerin zu manipulieren. Kommt sie nämlich mit ihrem kleinen Hightech-Gerät ihrer Mitschülerin nah genug, wird aus ihrem Computer ein „Zombie“, deutlich sichtbar am rot leuchtenden „Z“.

Spaß haben nicht nur die jungen Programmierer und die spielenden Fünftklässler, sondern auch Schulleiter Alexander Hauptmann, dem das Fach „Informatik“ am Herzen liegt: „Informatik gehört auf den Lehrplan jeder innovativen Schule. Wir haben die Zeichen der Zeit erkannt und bieten unseren Schülern die Möglichkeit, an der Digitalisierung unserer Welt teilzuhaben“, betont Hauptmann.

Das WPU-Konzept an der integrierten Gesamtschule biete sich, so der Schulleiter weiter, geradezu für die Stoffvermittlung im Fach Informatik an. Mit Hilfe von Mini-Robotern sei es Schülern möglich, die Programmiersprachen zu lernen und damit Prozesse zu steuern und zu regeln. Doch nicht nur Kleincomputer kommen zum Einsatz, Schulleiter Hauptmann, ein ausgewiesener Experte in Sachen Informatik, bringt obendrein noch Tablets ins Spiel. Damit ist die integrierte Gesamtschule vielen anderen Einrichtungen bereits einen Schritt voraus.

Was steckt hinter dem „Calliope mini“? Es handelt sich um einen Kleinstcomputer auf einer Platine, der Schülern die Chance bietet, zu lernen, wie IT funktioniert – also Schaltungen, Software und Sensoren. Dass es eminent wichtig ist, Jugendliche an diese Technik heranzuführen und sie damit vertraut zu machen, beweist die Tatsache, dass die deutsche Wirtschaft schon jetzt Mühe hat, genug IT-Experten zu finden.

Die Schüler werden mit Algorithmen, Automaten und vernetzten Alltagsgegenständen konfrontiert, die für die Mehrheit noch „böhmische Dörfer“ sind. „Wer fit sein möchte für die Arbeitswelt der Zukunft, kommt an dieser Technik nicht mehr vorbei“, konstatiert Schulleiter Alexander Hauptmann. „Digitale Souveränität unserer Schüler ist unser Ziel“, fügt Hauptmann hinzu.

Der „Calliope“ wird im Wahlpflicht-Unterricht der Heinrich-Böll-Schule in verschiedenen Jahrgangsstufen eingesetzt. Aufgrund seiner einfachen Bauweise und der für Einsteiger leicht zu erlernenden visuellen Programmiersprache eignet sich der Mini-Computer hervorragend für den Einsatz an Schulen. Diese Programmiersprache ist an „Scratch“ angelehnt und erlaubt einen spielerischen Einstieg insbesondere für Schülerinnen der Unter- und Mittelstufe in Themen der Informatik, die später auch in der Oberstufe oder im Studium aufgegriffen werden können.

Ohne viel Zeit in das Lernen einer komplexen Programmiersprache zu stecken, könnten aufgrund der großen Zahl an Unterrichtsbeispielen sehr schnell komplexe Programm erstellt werden, erklärt der Schulleiter. Die Vielzahl an eingebauten Sensoren und Ausgabemöglichkeiten erlaube bereits eine große Menge hochinteressanter Projekte.

Die Calliopes lassen sich auch über Apps, beispielsweise installiert auf iPads, programmieren, damit sei man, so Hauptmann ausführend, unabhängig von klassischen PC-Räumen und könne die Schule zu einer IT-Experimentierwiese umgestalten.

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