EU AI Act: Regulierung und Anforderungen an Schulen
Die Entwicklungen im Bereich Künstlicher Intelligenz (KI) erfordern klare Regeln, um Vertrauen in die Technologie zu schaffen und ihre Risiken zu begrenzen. Der EU AI Act (European Artificial Intelligence Act) setzt einen verbindlichen Rechtsrahmen für den Einsatz von KI in Europa. Er ist seit 1. August 2024 schrittweise in Kraft getreten, der für Schulen besonders relevante Teil gilt seit Februar 2025 und die vollständige Umsetzung erfolgt bis 2026. Sein Ziel: menschenzentrierte, transparente und sichere KI-Anwendungen, die Innovation fördern und gleichzeitig Grundrechte, Gesundheit und Sicherheit schützen.
Relevanz für Schulen
Der EU AI Act klassifiziert KI-Systeme nach Risikokategorien. Für Schulen bedeutet das:
- KI-Kompetenz wird zur Pflicht: Lehrkräfte und Schulleitungen müssen über ausreichendes technisches Verständnis und die Fähigkeit verfügen, Chancen und Risiken von KI kritisch zu bewerten. Beim Einsatz im Unterricht müssen auch Schüler:innen geschult und sensibilisiert werden.
- Hochrisiko-KI (z. B. Systeme zur Leistungsbewertung oder Lernanalyse) unterliegt strengen Anforderungen an Transparenz, Datenqualität und Dokumentation.
- Schulen agieren meist als Nutzer (Deployer) von KI, können aber je nach Einsatz eigene Pflichten haben – etwa zur Risikoabschätzung oder Nutzerinformation.
KI-Kompetenz ist eine Bildungspriorität
Der EU AI Act stellt Schulen also vor neue Herausforderungen, insbesondere in den Bereichen Datenschutz, Haftung und notwendige Qualifizierung. Gleichzeitig bietet er die Chance, KI verantwortungsvoll in Lehr- und Lernprozesse zu integrieren.
Die Priorisierung von KI-Kompetenz im Bildungsbereich soll sicherstellen, dass Schüler:innen lernen, KI verantwortungsvoll zu bewerten, zu hinterfragen und anzuwenden – auch über den Unterricht hinaus. Lehrkräfte spielen dabei eine zentrale Rolle.
Um Schulen bei diesem Prozess zu unterstützen, haben die Europäische Kommission und die OECD ein entsprechendes Rahmenwerk entwickelt. Das „AI Literacy Framework for Primary and Secondary Education" verfolgt einen praxisnahen Ansatz zur Förderung von KI-Kompetenz, der sich direkt im Unterricht anwenden lässt. Im Zentrum stehen vier Kompetenzbereiche, welche die typischen Interaktionen von Lernenden mit KI abbilden: Umgang mit KI als Basiswissen, Gestalten mit KI, Verwalten von KI und Entwicklen von KI. Diese Struktur trägt dazu bei, KI-Bildung überschaubarer zu gestalten. Die vielfältigen Aspekte von KI werden in klar abgegrenzte Kategorien überführt, die Lehrkräften helfen, Unterrichtsschwerpunkte zu setzen, Lernziele transparent zu formulieren und Lernfortschritte systematisch nachzuvollziehen.