Prompten statt Programmieren – Vibe Coding für den Fremdsprachenunterricht.

Dauer 3 Stunden
Durchführungsform Online
Zielgruppe Lehrkräfte weiterführender Schulen, Sprachen
Niveaustufe Fortgeschrittene

Workshopbeschreibung

Mit Vibe Coding lassen sich mithilfe generativer KI eigene kleine interaktive Anwendungen erstellen, ohne selbst programmieren zu müssen. Statt Programmcode zu schreiben, wird der KI in natürlicher Sprache beschrieben, was eine Anwendung können und wie sie aussehen soll. Durch Ausprobieren, Feedback und weitere Prompts wird der erste Entwurf Schritt für Schritt verbessert.

Im Workshop wird dieser Ansatz anhand konkreter Beispiele aus dem Fremdsprachenunterricht praktisch erprobt. Im Mittelpunkt stehen kleine, unmittelbar einsetzbare Anwendungen für den Unterrichtsalltag, beispielsweise spielerische Vokabelübungen, interaktive Grammatikübungen oder EDU-Breakouts, bei denen Schüler sprachliche Aufgaben und Rätsel lösen, um Hinweise, Codes oder die nächste Station zu erhalten.

Als Zugänge zum Vibe Coding werden unterschiedliche KI-Oberflächen vorgestellt und praktisch erprobt, darunter AIS.chat, fobizz, ChatGPT, Gemini und Claude. Dabei wird gezeigt, wie aus einer Unterrichtsidee mithilfe geeigneter Prompts ein erster Prototyp entsteht und wie dieser anschließend gezielt weiterentwickelt werden kann. Inhalte können ausgetauscht, Aufgabenformate verändert, Feedback ergänzt, Schwierigkeitsstufen angepasst oder spielerische Elemente hinzugefügt werden. Der Fokus liegt dabei nicht auf dem Erlernen einer Programmiersprache, sondern auf dem Beschreiben, Testen und iterativen Verbessern.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Weg vom Prototyp zur konkreten Nutzung im Unterricht. Es wird thematisiert, wie die erstellten Anwendungen für Schüler zugänglich gemacht und in bestehende digitale Lernumgebungen integriert werden können. Anhand von Beispielen wie Moodle, TaskCards und Canva werden verschiedene Möglichkeiten der Bereitstellung und Verlinkung betrachtet.

Die Teilnehmenden durchlaufen exemplarisch den gesamten Prozess von der didaktischen Idee über das Prompten und Erstellen bis zum Teilen einer eigenen kleinen Lernanwendung. Neben den praktischen Möglichkeiten werden auch Grenzen und Herausforderungen thematisiert, insbesondere Datenschutz, Urheberrecht und der verantwortungsvolle Umgang mit KI-generierten Inhalten.

Inhalt

  • Vibe Coding verstehen: Grundprinzip und Möglichkeiten für den Fremdsprachenunterricht
  • KI-Oberflächen kennenlernen: Vibe Coding mit AIS.Chat, fobizz, ChatGPT, Gemini und Claude
  • Vom Prompt zur Anwendung: Unterrichtsideen beschreiben, erste Prototypen erstellen, testen und gezielt weiterentwickeln
  • Praxisbeispiele umsetzen: Interaktive Vokabel- und Grammatikübungen sowie EDU-Breakouts erstellen
  • Eigene Unterrichtsidee realisieren: Ein kleines interaktives Lernangebot entwickeln und an unterschiedliche Sprachen, Themen und Lernniveaus anpassen
  • Anwendungen mit Schüler:innen teilen: Bereitstellung und Einbindung z. B. über Moodle, TaskCards, Canva, Links oder QR-Codes
  • Einsatz reflektieren: Didaktischer Mehrwert, Datenschutz, Urheberrecht und Grenzen KI-generierter Anwendungen

Voraussetzungen

  • Grundkenntnisse in der Nutzung von KI bzw. im Prompten
  • Zugang zu einer KI-Anwendung bzw. KI-Oberfläche, z. B. AIS.chat, fobizz, ChatGPT, Gemini oder Claude
  • Hilfreich, aber nicht erforderlich, ist eine eigene Idee für eine kleine Vokabel- oder Grammatikübung, ein EDU-Breakout oder ein anderes interaktives Werkzeug für den eigenen Fremdsprachenunterricht.
  • Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich.
  • Optimalerweise zwei Geräte: ein Arbeitsgerät und ein Gerät zum Verfolgen der Videokonferenz mit Videokamera und Mikrofon.
Prompten statt Programmieren – Vibe Coding für den Fremdsprachenunterricht.

Referent:in

Michael Simon ist seit 2008 Lehrer für Spanisch und Französisch am beruflichen Gymnasium. Als Ausbilder am Seminar für das Fach Spanisch sowie als Fachberater für Spanisch, Französisch und Digitale Medien im Unterricht beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit dem zielgerichteten und kompetenzorientierten Einsatz digitaler Medien im (Fremdsprachen-)Unterricht. Als Referent und Fortbildner für digitale Medien konzipiert und leitet er regionale und überregionale Fortbildungen für das ZSL. Darüber hinaus arbeitet er in einer Arbeitsgruppe zum Immersiven Lernen für die beruflichen Seminare sowie im Projekt „3D-Erleben“ mit. Als selbstständiger Referent führt Michael Simon zudem Workshops im Auftrag der Hopp Foundation durch.

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