Workshopbeschreibung
Digitale Vorfälle erreichen Schulen meist plötzlich und mit hohem Handlungsdruck: ein weitergeleitetes Bild, ein Gerücht, ein Erpressungsversuch. Der Präsenz-Workshop gibt Schulen eine klare, besonnene Struktur für den Erstumgang, die Betroffene schützt und Persönlichkeitsrechte wahrt.
Im Mittelpunkt des Workshops stehen nicht Plattformen, Trends oder Mediennutzung, sondern die schulische Verantwortung, wenn belastende Inhalte, Bilder, Gerüchte, Grenzverletzungen oder Verdachtsmomente im System Schule ankommen.
Berücksichtigt werden auch aktuelle, KI-bezogene Erscheinungsformen: mit Deepfake-Technologie manipulierte oder vollständig KI-generierte Bilder und Videos, synthetisch erzeugte Nacktdarstellungen von Schüler:innen, ihr Einsatz bei Sextortion sowie KI-gesteuerte Chatbots und Companions im Kontext von Grooming. Diese Phänomene werden nicht technisch vertieft, sondern in ihrer Bedeutung für schulisches Handeln eingeordnet. Anhand typischer Fallkonstellationen wird geklärt, wer Informationen entgegennimmt, was dokumentiert wird, wer wann beteiligt wird, wie Schutz für betroffene Schüler:innen hergestellt wird und wie kommuniziert werden kann, ohne Persönlichkeitsrechte zu verletzen oder Dynamiken zu verstärken.
In Werkstattphasen werden vorhandene Melde- und Interventionswege geprüft. Als Ergebnis entsteht ein Ablaufbild für den Erstumgang mit belastenden oder unklaren Situationen, das an bestehende Schutzkonzepte, Krisenpläne und schulische Meldewege anschließt. Leitend sind Handlungssicherheit ohne Aktionismus und Schutzorientierung ohne vorschnelle Bewertung.
Inhalt:
- Digitale Vorfälle mit Auswirkungen auf den Schulalltag
- Phänomene digitalisierter sexualisierter Gewalt (Cybergrooming, Sextortion, u.a.)
- KI-Fälschungen und manipulierte Darstellungen (Deep-Fakes) als schulische Herausforderungen
- Schutz betroffener Schüler:innen und Vermeidung weiterer Dynamiken
- Rollenklärung zwischen Leitung, Lehrkräften, Schulsozialarbeit
- Dokumentation, Meldewege und erste Handlungsschritte
- Ggf. Entwicklung und/oder Prüfung schulischer Ablauf- und Interventionsstrukturen
Dieser Workshop richtet sich an Schulleitungen, Präventionsbeauftragte, Erstansprechpersonen, Beratungslehrkräfte, Schulsozialarbeiter:innen, Klassenleitungen, Mitglieder von Krisenteams, Steuergruppen und Lehrkräfte mit besonderer Verantwortung für Schutz, Prävention und Intervention.