Unsere global vernetzte Welt wandelt sich ständig und das Tempo wächst. In allen Bereichen gilt es, sich auf eine Zukunft einzustellen, von der wir heute noch nicht wissen, wie sie aussehen wird. Dies gilt insbesondere auch für die Arbeits- und Bildungswelt. Schulen bereiten Schülerinnen und Schüler auf Berufe vor, die es aktuell noch nicht gibt.
Schulentwicklungsprojekte leisten dabei einen wichtigen Beitrag, da sie die Chance eröffnen, Veränderungsprozesse aktiv zu gestalten. Sie sind jedoch zugleich anspruchsvoll, da sie mit hohen Erwartungen, knappen Ressourcen im Kollegium und weiteren herausfordernden Rahmenbedingungen verbunden sind. Wir sind überzeugt, dass mit geeigneten Methoden dennoch nachhaltige Entwicklungen angestoßen werden können. Einer dieser vielversprechenden Ansätze ist Design Thinking – warum er sich für Schulentwicklungsprojekte besonders eignet, wird in diesem Leitfaden erläutert.
Der Leitfaden richtet sich an Lehrkräfte, die bereits erste Erfahrungen mit Design Thinking gesammelt haben, und möchte sie dabei unterstützen, den Innovationsansatz eigenständig in Schulentwicklungs- und Transformationsprozessen einzusetzen.
Der Leitfaden gliedert sich in zwei Teile: In einen Theorie- und einen Praxisteil.
Im Theorieteil werden die einzelnen Phasen des Design Thinking vorgestellt. Jede Phase wird kurz erläutert und mit vier ausgewählten Werkzeugen verbunden, die zu diesem Zeitpunkt besonders sinnvoll einsetzbar sind. Neben der Beschreibung der Werkzeuge finden sich praxisorientierte Hinweise zur Anwendung, Leitfragen zur Unterstützung des Arbeitsprozesses sowie Informationen zu den notwendigen Materialien. Ziel ist es, Lehrkräften eine klare Orientierung zu geben und ihnen konkrete Handlungsoptionen an die Hand zu legen.
Im praktischen Abschnitt geben wir Einblicke in die Arbeit von vier Schulen, die bereits Schulentwicklungsprojekte mit Hilfe von Design Thinking umgesetzt haben. Jedes Projekt wird hinsichtlich Thema, Dauer und Umfang beschrieben. Darüber hinaus zeigen wir detailliert auf, welche Phasen durchlaufen wurden, welche Werkzeuge dabei zum Einsatz kamen und welche Erfahrungen gemacht wurden. Diese Beispiele sollen Lehrkräften nicht nur Orientierung geben, sondern auch Inspiration und Motivation für eigene Projekte bieten.
Mit dieser Kombination aus theoretischer Grundlage und praktischen Erfahrungen möchten wir Lehrkräfte ermutigen, Design Thinking als wirksames Instrument in der Schulentwicklung zu nutzen. Unser Ziel ist es, sie bei der Umsetzung zu unterstützen, Anregungen für eigene Ideen zu geben und zu zeigen, wie kreative Methoden dazu beitragen können, Schule zukunftsorientiert zu gestalten.