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Was passiert hinter dem Glas eines Smartphones?

Digitale Erlebniskurse an der Gerbersruh-Gemeinschaftsschule Wiesloch stärken Verständnis für die IT.

 „Wir tippen auf unsere Smartphones und wissen oft nicht, wie diese technischen Wunderwerke überhaupt funktionieren“, sagt Volker Enders von der Initiative `mit Rat und Tat´. Deshalb führte die Initiative einen Erlebniskurs mit dem Microprozessor Calliope mini und der visuellen Programmiersprache Scratch an der Gerbersruh-Gemeinschaftsschule Wiesloch durch. Gefördert haben das Projekt die Hopp Foundation aus Weinheim und der Lions-Club Wiesloch Südliche Bergstraße mit Geldspenden, mit denen der Calliope mini und kindgerechte Lehrbücher angeschafft wurden.

Wissen rund um die IT kann recht trocken sein, doch die Initiative `mit Rat und Tat´ hat einen erlebnisorientierten Ansatz entwickelt, der es Schülern ermöglicht, sich mit Spaß den Funktionsweisen und Möglichkeiten moderner Technologie zu nähern. An der Gerbersruhschule hieß das: Experimentieren in kleinen Gruppen, zwei Lehrer für jede Gruppe und vorzeigbare Ergebnisse nach jeder Unterrichtseinheit. Nicht nur wegen der vielen Erfolgserlebnisse waren die Schüler begeistert und haben viel Wissen mitgenommen.

„Uns ist es wichtig, dass gerade junge Menschen mit den Chancen der Digitalisierung gut umgehen können und auch Risiken erkennen“, sagt Gepa Häusslein, Geschäftsführerin der Hopp Foundation, die Schülerinnen und Schüler fit für die digitale Welt machen möchte.

In den erlebnisreichen Wahlkursen für die Klassen 5 bis 7 gewannen die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die Funktionsweise digitaler Medien, die die meisten von ihnen täglich nutzen. Dazu gehört zum einen, die Grundprinzipien des Programmierens mit Hilfe der für Kinder geeigneten Programmiersprache Scratch spielerisch zu lernen, zum anderen, den Calliope mini zu programmieren.

In den Scratch-Nachmittagen entwickelten die Kinder mit einfachen Mitteln einen Aquarium-Bildschirmschoner, in dem ereignisgesteuert verschiedene Fische und anderes Getier in jeweils unterschiedlicher Geschwindigkeit umherschwimmen. Auch wurde das bekannte Tennis-Computerspiel nachgebaut, das nach der intensiven Programmierarbeit als Wettspiel für die jungen Hacker und Hackerinnen diente.

Der sternförmige Calliope mini ist auf leichte Programmierbarkeit ausgelegt und wurde speziell für Bildungszwecke entwickelt. Schon auf dem nationalen IT-Gipfel der Bundesregierung erregte er Aufmerksamkeit: Sogar die Bundeskanzlerin ließ ihn sich vorführen. Der Calliope mini kann Bewegungen, Temperatur und Helligkeit messen und externe Sensoren ermöglichen über 50 weitere Messanwendungen. Generell sollen Kinder am Calliope mini spielerisch lernen, wie Schaltungen, Software und Sensoren funktionieren, was Algorithmen sind und wie die Computer um sie herum prinzipiell arbeiten.

An der Gerbersruhschule probierten die Schülerinnen und Schüler die vorinstallieren Beispielprogramme des Calliope minis gleich nach dem Auspacken begeistert aus. Danach ging es nach und nach daran, eigene kleine Programme zu erstellen wie beispielsweise, den Calliope mini ein Lied singen zu lassen oder eine Fußgängerampel zu simulieren. Dank der visuellen Unterstützung erfassten die Schülerinnen und Schüler schnell, wie der Mikroprozessor funktioniert und erreichten die gewünschten Ergebnisse nach einer Experimentierphase mit großer Zufriedenheit.

„Es ist beeindruckend, wie schnell Kinder mit dem Calliope mini erste Programme erstellen können und dabei riesig viel Spaß haben“, freut sich Uwe Dörner vom Lions Club. Für die Kursleiter Volker Enders und Gerd Rühle sowie die Co-Trainer war es auch Neuland: Das erste Mal unterrichteten die ehemaligen SAP-Mitarbeiter im Vorruhestand keine Erwachsenen. Sie finden es gut, dass auch sie in dieser neuen Lehrerrolle bei dem Projekt mächtig dazulernen. 

In viel zu vielen Schulen in Deutschland wird noch zu analog gearbeitet und Bemühungen zur Digitalisierung kommen schleppend in Gang. Deshalb ist jede Unterstützung wichtig und die Initiative `mit Rat und Tat´ will die Schulen im Rhein-Neckar-Dreieck weiter fördern. Dazu ist auch das Engagement von Stiftungen und Verbänden gefragt: Ohne sie wären solche Initiativen nicht möglich.

Bärbel Kröhn, die Rektorin der Gerbersruhschule, und der Freundeskreis der Gerbersruhschule haben sich sehr gefreut, dass sie den Schülerinnen und Schülern diese Kurse anbieten konnten. Ihr Dank geht an den Lions-Club und die Hopp Foundation für die großzügigen Spenden und an die Mitglieder von `mit Rat und Tat´ für ihre ehrenamtliche Arbeit. „Ich denke, ein Verständnis für die Geräte wie Smartphones, die wir alle täglich nutzen, ist entscheidend, um den bildungspolitischen Auftrag zur Digitalisierung zu erfüllen“, sagt die Rektorin. (usc)

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