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Design Thinking in der Lehramtsausbildung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg

Innerhalb eines Semesters entwickelten 20 Studierende Ideen, die Schulen in Deutschland auf dem Weg der Digitalisierung helfen können

Herausforderung: Welche Anregungen aus dem europäischen Umland können deutschen Schulen auf dem Weg der Digitalisierung helfen?

Teilnehmer: 20 Lehramtsstudierende der PH Heidelberg des Seminars „Regionale Disparitäten in der EU am Beispiel der Digitalisierung der Schule“ im Fach Politikwissenschaften

Dauer: 1 Semester

Ein Medienbus, in dem auch Lehrerinnen und Lehrer einmal nach Herzenslust mit digitalen Medien experimentieren können, ein niedrigschwelliger weiterbildender Youtube Channel und eine digitale Informations- und Erlebnisplattform „Berufsalltag 1.0“ – die Ergebnisse des Seminars „Regionale Disparitäten in der EU am Beispiel der Digitalisierung der Schule“, das im Fach Politikwissenschaften im Sommersemester 2019 angeboten wurde, kommen anders daher als die eines regulären PH-Seminars. Bei der Abschlusspräsentation vor kleinem Publikum können die Studierenden Rückfragen souverän beantworten und den Aufbau ihrer Anwendungen entlang der Bedürfnisse der potenziellen Nutzer/innen sehr genau begründen.

Seit Beginn des Seminars im März haben sie jeden Donnerstag von 14-16 Uhr in kleinen Teams nach der Innovationsmethode „Design Thinking“ unter Anleitung Ihres Dozenten, Christian Mühleis, und der - über die Hopp Foundation gestellten - Coachin Laura Ricke von der Agentur Mindshift.One zusammen gelernt und entwickelt. Nachdem sie sich einführend mit dem Stand der Digitalisierung an Schulen in Deutschland sowie in anderen EU-Ländern beschäftigt hatten, richtetet sie ihren Fokus auf die Fragestellung, welche Anregungen aus dem europäischen Umland deutsche Schulen auf dem Weg der Digitalisierung helfen können, suchten geeignete Interviewpartner, befragten Lehrer/innen, Schüler/innen und andere direkt Betroffene und werteten die Ergebnisse über gemeinsames Storytelling aus. In einer geblockten Seminarsitzung sammelten sie dann in kreativitätsfördernder Umgebung passende Lösungsideen und arbeitet diese zu ersten Prototypen aus, die dann bis zur Abschlusspräsentation auf der Grundlage von Tests mit potenziellen Nutzer/innen weiterentwickelt wurden.

„Die Studierenden haben sich im Seminar nicht nur mit politikwissenschaftlichen Fragen zur Digitalisierung beschäftigt. Sie haben auch gelernt, selbständig und in echten Teams zu arbeiten, die Perspektive anderer einzunehmen und praktische Lösungsideen zu entwickeln.“, so Christian Mühleis, der als erster das von der Professional School und dem Projekt Kopf-Stehen vermittelte und von der Hopp Foundation finanziell unterstütze Angebot für ein Lehrveranstaltungscoaching mit der Methode des Design Thinking angenommen hat. „Die Zusammenarbeit mit Mindshift.one war ausgesprochen fruchtbar“, resümiert der Politikwissenschaftler die Erfahrung. „Dennoch darf die Vor- und Nachbereitung eines Design-Thinking-Seminares nicht unterschätzt werden. Über die fachwissenschaftliche Ausrichtung des Seminars habe ich entschieden; die methodische Schwerpunktsetzung wurde von Mindshift One übernommen. Auf diese Weise habe ich noch einmal eine ganz neue methodische Herangehensweise kennengelernt und auch grundsätzlich über methodisch-didaktische Elemente der Hochschullehre nachgedacht.“

Die teilnehmenden Studierenden hoben in ihrer Reflexion vor allem das abwechslungsreiche, interaktive Arbeiten sowie die gute, offene Lernatmosphäre im Seminar hervor. „Mit dem Design Thinking habe ich eine spannende Methode kennengelernt, die ich auch später in der Schule oder im privaten einsetzen kann“, erklärt eine Teilnehmerin nach der Abschlusspräsentation.

Dozent Mühleis will sich in den kommenden Wochen noch weiter in die Methode und deren Grundgedanken einlesen. Potential für den Einsatz der Methode an der PH sowie in der Hochschullehre allgemein sieht er vor allem bei Seminaren, die sich mit didaktischen Fragestellungen auseinandersetzen - eventuell auch in Kombination mit forschungsmethodischen Einführungen.

 

 

 

 

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